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Historie Mandolinenorchester 1923 bis heute

Die Wandervogelbewegung

Das Mandolinenorchester 1924

Das Wandern mit Mandoline und Gitarre ist ein Symbol für die „Wandervogelbewegung“ der 1920er-Jahre. In dieser Zeit wurden viele Wandervereine gegründet, in denen Mandoline und Gitarre gespielt wurden. Diese Vereine entwickelten sich unterschiedlich.

In einigen Vereinen, wo die Zupfmusik beliebt war, wurden sie zu Mandolinenorchestern und gingen nur noch manchmal wandern, wie 1924 bei unserem Nachbarverein in Neu-Isenburg. Andere Gruppen wurden reine Wandervereine, weil das gemeinsame Musizieren nicht langfristig funktionierte. In Dudenhofen fand man einen Mittelweg: Man wanderte und musizierte gleichzeitig. Während die meisten dem Wandern treu blieben, interessierte sich eine kleine Gruppe intensiv für das Mandolinenspiel und legte mehr Wert auf die Musik.

Der Weg zu einem Zupforchester

Auftritt in den 50er Jahren mit Philipp Klein

Bis zum Zweiten Weltkrieg formierte Friedrich Wilhelm Klein eine Musikgruppe, die sonntags im Wald probte und freundschaftliche Kontakte zu den „Spessartfreunden“ pflegte. 1925 fand das erste gemeinsame Konzert in Dudenhofen statt. Klein unterrichtete Jugendlichen und führte das Orchester zu Wettbewerben. Zum 10-jährigen Jubiläum 1933 wurde ein Mandolinenwettstreit veranstaltet, in dessen Rahmen das „Wolgalied“ aus der Operette Der Zarewitsch aufgeführt wurde.

Ab 1935 geriet das Orchester in eine schwierige Phase, da viele Spieler zum Wehrdienst eingezogen wurden und die Orchesterarbeit während des Krieges zum Stillstand kam.

Orchesterleben nach den Kriegsjahren

Neue Vereinskleidung für Orchester und Wanderer

Der Text beschreibt die Wiederbelebung eines Orchesters nach dem Krieg durch Wilhelm Klein, der Jugendlichen Musikunterricht gab und sie begeisterte. 1955 übernahm sein Bruder Philipp die Leitung, und die Proben fanden an verschiedenen Orten statt. Mit einem festen Wanderheim wurde das Orchester als „die Klimperer“ im Dorf bekannt.

Die musikalischen Ansprüche stiegen, und ab 1973 erlebte das Orchester unter Rudolf Schüler einen bedeutenden Aufschwung. Das Jahreskonzert am dritten Advent wurde zu einer Tradition, und die Zupfmusik gewann an Vielfalt durch den Einsatz zusätzlicher Instrumente sowie Solisten und Chöre, was zu einem wachsenden Publikum führte.

Aufschwung mit Professionalität und Nachwuchsarbeit

Das erste Logo für den Verein und das Mandolinenorchester, noch mit Spessartbund Logo 1958

Das Orchester knüpfte zahlreiche Kontakte und trat zunehmend außerhalb seines Umfelds auf. 1979 nahm Gisela Schmidt am ersten BDZ-Fortbildungslehrgang teil, was zu mehr Selbstbewusstsein und einem erweiterten Repertoire der Spieler führte. Die Entwicklung wurde maßgeblich durch den damaligen Vorsitzenden Albert Kämmerer unterstützt. 1984 trat das Orchester dem BDZ bei, was bedeutend für die Orchester- und Nachwuchsarbeit war.

Ein neues Logo, das eine Gitarre mit Mandoline und den Dudenhöfer Kirchturm zeigt, prägt seitdem das Erscheinungsbild. Unter der Leitung von Uli Kratz wurde ein engagiertes Jugendorchester ins Leben gerufen, das bis 2004 eigenständig Konzerte veranstaltete. Das Wanderheim dient seit 1984 als Probedomizil des Hessischen Zupforchesters, was das Können und die Motivation der Musiker fördert.

Dirigentenwechsel und Konzertreisen, Zupfmusik international

Ausbildung füt Mandoline, Konzert im ev.Gemeindehaus

1988 gründeten drei Jugendliche in Neu-Isenburg ein Sextett, das 1991 beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ den dritten Bundessieg errang. Nach dem Ausscheiden von Rudolf Schüler übernahmen Frauen die musikalische Leitung, beginnend mit Charlotte Flörke, gefolgt von Petra Hübner und Birgit Baumann (Pezza), die das Orchester über viele Jahre prägte und 2019 ihr 25-jähriges Dirigentinnenjubiläum feierte.

Das Orchester entwickelte sich kontinuierlich weiter und erreichte ein hohes musikalisches Niveau. Es trat bei Hessischen Landesmusikfesten auf, unternahm Konzertreisen nach Belgien und Italien, nahm erfolgreich an Wettbewerben teil und empfing Mandolinenorchester aus den USA, Japan, Australien und England.

Ausbildung, CD Produktionen und musikalische Pofessionalität

Weihnachtskonzert des Mandolinenorchesters 1925

Im Jahr 2006 begann eine Zusammenarbeit mit den Musikern Elena Olenchyk und Valerij Kisseljow, die 2009 zur Teilnahme eines Kinderorchesters am Landesmusikfest führte. Die erste CD Edelweiß erschien 2007, gefolgt von Mandolinen unterm Kirchendach im Jahr 2010.

Das Orchester nahm an Wettbewerben und Festivals teil und war 2019 mit 21 Spielern gut vertreten. Organisatorisch ist es im Wanderclub Edelweiß eingebunden. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in den Jahren 2021 und 2022 fanden Konzerte statt. Jan Masuhr leitet seit 2021 das Orchester, während die ehemalige Dirigentin Birgit Pezza weiterhin aktiv ist.


2023 Verleihung der PRO MUSICA Plakette

Vereleihung der Pro Musica Plakette 2023

Dem Mandolinenorchester wurde anlässlich des 100 jährigen Bestehens die PRO MUSICA Plakette verliehen. Das Bestehen mußte mit vielen Nachweisen dokumentiert werden.


Die Verleihung fand am 11. Juni 2023 anläßlich einer Feierstunde durch Frau Staatssekretärin Ayse Asar des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst an hessische Chöre und Musikvereine zum 100 jährigen Bestehen statt.


100 Jahre Mandolinenorchester Jubiläumfeier 2023

100 Jahre Mandolinenorchester, Feier im Restaurant Il Capitano, Dudenhofen